Zahl der Post-Beschwerden bleibt hoch | Freie Presse

Paket beschädigt, Post nicht auffindbar? Verbraucher können sich bei solchen Problemen an die Bundesnetzagentur wenden. In den letzten Monaten ist eine überraschende Zahl entstanden.

Bonn.

Viele Bürger gehen weiterhin zur Bundesnetzagentur, um sich über verspätete oder verlorene Post und Pakete zu beschweren. Im November seien rund 7000 Postbeschwerden eingegangen, teilten die Bonner Behörden auf dpa-Anfrage mit. Das ist weniger als im Oktober, als rund 9.400 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingingen, aber mehr als im September (5.000) sowie im Juli und August (zusammen 6.500).

In den Schreiben geht es vor allem um Mängel in der Briefzustellung des Marktführers Deutsche Post. Andere Brief- oder Paketunternehmen sind auch vorgesehen, aber nur sehr wenige. 91 Prozent der in dem Schreiben enthaltenen kritischen Schilderungen beziehen sich den Angaben zufolge auf die Post, 9 Prozent auf Wettbewerber.

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Die Post nennt „lokale Probleme“ in den vergangenen Monaten mit hohem Krankenstand und schwierigen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt, auf dem nur wenige Fachkräfte zu finden seien.

37.000 Beschwerden seit Jahresbeginn

Vor einem Monat hatte die Geschäftsführung von einer Verbesserung der Situation gesprochen – die Zahl der Beschwerden dürfte durch die Verbesserung zurückgegangen sein. Ein Sprecher des Unternehmens sagte: „Unsere Maßnahmen, mit denen seit Oktober rund 6.000 neue Mitarbeiter in der Zustellung eingestellt und seit Juli rund 10.000 unbefristete Verträge abgeschlossen wurden, zeigen jetzt die von uns erwarteten positiven Wirkungen.“

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Die Zahl der Beschwerden bleibt jedoch auf einem hohen Niveau. Zum Vergleich: In den ersten elf Monaten dieses Jahres gab es rund 37.000 Beschwerden, im Vorjahr waren es nur 15.000.

Vor dem Hintergrund vieler Beschwerden forderte der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller rechtskräftige Sanktionen, um den Druck auf die Post zu erhöhen. Bundespolitiker verschiedener Parteien signalisierten ihre Zustimmung. Dies könnte in der anstehenden Reform des Postgesetzes geregelt werden.

Die Post hält das Druckmittel des Staates für nutzlos, schließlich bekommen die Unternehmen durch die Gesetzesänderung keine zusätzlichen Arbeitskräfte. Bisher konnten die Aufsichtsbehörden wenig gegen das Problem tun: Die sogenannten Reviews enden mitunter mit schriftlichen Abmahnungen.

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Der Prozentsatz ist relativ gering

Manche Beschwerden enthalten auch mehrere Beschwerdegründe – zum Beispiel, wenn sich Anwohner im gleichen Brief über einen beim Nachbarn fallen gelassenen Brief und ein falsch platziertes Paket beschweren. Im bisherigen Jahresverlauf entfallen 58 Prozent der Reklamationsgründe auf Briefe und 24 Prozent auf Pakete. Eine weitere kritische Anmerkung bezieht sich beispielsweise auf die Öffnungszeiten der Filiale.

Im Verhältnis zu Milliarden von Briefen und Paketen ist der Anteil der Reklamationen verschwindend gering. Die Dunkelziffer von Bürgerinnen und Bürgern, die zwar auch auf für sie wichtige Sendungen warten, sich aber nicht an Netzagenturen wenden, dürfte allerdings hoch sein. (dpa)

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