Wissenschaft – 200 Studien in Warteschleife: Krieg behindert Publikation – Wissen

Genf (dpa) – Ein Streit um die Benennung russischer Forschungsinstitute sorgt für einen einzigartigen Publikationsstau in der Teilchenphysik. Tausende Physiker, die an Experimenten am Teilchenbeschleuniger der Europäischen Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf teilgenommen haben, hätten die Ergebnisse ihrer Arbeit seit Monaten nicht mehr in Fachzeitschriften veröffentlicht, sagte der wissenschaftliche Direktor des Cern, Joachim Mnich, der Deutschen Presse-Agentur. . Derzeit gibt es etwa 200 Studien, von denen die Hälfte bereits von unabhängigen Gutachtern (Peer Reviews) bewertet und theoretisch zur Veröffentlichung freigegeben wurden.

Fachzeitschriften verlangen eine eindeutige Autorenidentifikation. Dies geschieht in der Regel mit der Benennung dieser Institute. Einige von Cerns Mitarbeitern blockieren dies jedoch für russische Institute, sagt Mnich. Einer der Stolpersteine ​​ist, dass die Leitungsgremien einiger dieser Institute den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine unterstützt haben.

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Publikationen sind für Forscher wichtig

„Prints sind die harte Währung der Wissenschaft, sowohl für die Karriere junger Menschen als auch für Förderanträge“, sagte Mnich. Der Druck, eine Lösung zu finden, wächst. CERN-Forschung wird bereits als Vorarbeit veröffentlicht, wenn sie bei Fachzeitschriften eingereicht wird. In manchen Ländern können Dissertationen jedoch nur abgeschlossen werden, wenn die Autoren in Fachzeitschriften mit Peer-Review publiziert haben. Dies ist in Deutschland nicht der Fall.

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Mnich betonte, dass dies nicht bedeute, die Autoren, die an der Studie mitgewirkt haben, nicht zu nennen. Es geht um Institute. Eine Alternative könnte darin bestehen, die Teilnehmer anhand ihrer ORCID-Nummer zu identifizieren. Jeder Forscher hat eine ID, die für „Open Researcher & Contributor ID“ steht, damit seine Beiträge eindeutig identifiziert werden können, zum Beispiel wenn sie mit anderen Namen gleich oder anders geschrieben sind. Laut Mnich umfasst die Liste der Autoren von Cern-Experimenten oft bis zu 3.000 Namen.

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Die Experimente des CERN werden von einem Kollaborationsausschuss begleitet, in dem alle beteiligten Institute stimmberechtigt sind. Dort wurde bisher keine Einigung gefunden. Cern hat die Zusammenarbeit mit Russland und Weißrussland eingestellt. Aber sie werden bis 2024 dauern. „Das ist ein sehr emotionales Thema, das es schwierig macht, einen akzeptablen Kompromiss zu finden“, sagte Mnich.

© dpa-infocom, dpa:230124-99-331177/2

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