“Winterliche Episode”: Nach dem Sturm kommen Frost und Schnee | NDR.de – Nachrichten

Stand: 17.11.2022 20:34

Im Norden ist es noch ungemütlich. Nachdem der Wind langsam nachlässt, nähern sich zu Beginn des Wochenendes die ersten Schneeflocken der Saison. Die kommenden Tage bringen vor allem Kälte und Frost – stellenweise kann es rutschig werden. Wer bisher Energiekosten gespart hat, muss wohl die Heizung aufdrehen.

Die gute Nachricht: „Es wird nur eine winterliche Episode über drei, vier Tage – kurz aber prägnant“, sagt Josef Kantuzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) im Gespräch mit NDR Info. – Mitte November, Ende November ist auch mit Wintereinbruch zu rechnen. Nach Minusgraden am Wochenende steigen die Temperaturen von Vorpommern bis ins Emsland in der kommenden Woche wieder an, so der Meteorologe: „In einem Bereich zwischen drei und sieben Grad – also sehr typisch für den Spätherbst“.

Unwetterwarnung aufgehoben

Der Wetterwechsel vom sonnigen und milden Oktober hat bereits eingesetzt. Ein Sturmtief über der Nordsee bringt Regen und Wind. Für mehrere Teile der Nord- und Ostseeküste waren starke Sturmböen und für Helgoland eine Unwetterwarnung vorhergesagt worden. Die ersten Sturmschäden waren bereits da Niedersachsen und Helgoland. Am Donnerstagabend hob der DWD die Unwetterwarnung für Norddeutschland auf.

Mögliche Straßenglätte am Freitagmorgen

Nachdem die Niederschläge über Hamburg und Schleswig-Holstein am Donnerstagabend zunächst abgeklungen sind, ziehen kühlere Temperaturen über den Norden. Bereits in der zweiten Nachthälfte kann der erste Schneeregen fallen – auch in Hamburg. Der Schnee wird wohl nicht im Flachland bleiben, weil noch zu viel Hitze im Boden ist. Schneematsch auf den Straßen in einigen Teilen Norddeutschlands könnte es laut DWD am Freitagmorgen allerdings etwas rutschig machen. – Im Großraum Hamburg und in Schleswig-Holstein sei am Freitagnachmittag ein Spitzenwert von nur vier Grad erreicht worden, in Mecklenburg-Vorpommern drei Grad, sagt Kantuzer. Im Emsland bleibt es am längsten mild. Höhere Lagen, etwa im Harz, können zumindest über das Wochenende von einer dünnen weißen Schicht bedeckt bleiben.

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Wind und Ebbe stören den Fährverkehr

Das stürmische Wetter und Niedrigwasser haben den Fährverkehr zu einigen ostfriesischen Inseln an der Küste unterbrochen. Alle Fährverbindungen zwischen Harlesiel und der Insel Wangerooge wurden am Donnerstag und Freitag wegen Niedrigwassers eingestellt. Auch von und zu den Inseln Langeoog u Die Abfahrten von Spiekeroog wurden aufgrund des bei starkem Ostwind auftretenden Niedrigwassers abgesagt bzw. verschoben.

Vor allem Niedersachsen bekommt laut DWD bis Donnerstagabend etwas Niederschlag, aber auch in Hamburg und Schleswig-Holstein wird es regnen. „Voller Herbst“ nennt Kantuzer dieses Wetter, das eigentlich nur an der Küste vorkommt. Auf Helgoland und den nordfriesischen Inseln wird es laut DWD jedenfalls Unwetter geben. Zahlreiche Fährverbindungen von Amrum, Föhr, Dagebüll, Schlüttsiel, Hooge und Langeneß wurden bereits gestrichen. Andere Verbindungen wurden vor- oder zurückverlegt, außerdem wurden zusätzliche Fahrten geplant. Reisende sollten sich auf der Website der Wyker Dampfschiffs-Reederei informieren.

Dieses Wochenende wieder mehr Sonne

Während es am Freitag in weiten Teilen des Nordens grau bleibt, gibt es am Wochenende ein mittleres Hoch mit Sonne. An der Ostsee kann es jedoch auch am Samstag zu Schneeregen kommen. „Das liegt am Seeeffekt“, erklärt Stefan Zimmer vom DWD. „Wenn kalte Luft über wärmeres Wasser strömt, kann es lokal zu heftigen Niederschlägen kommen.“

Doch mit dem Sonnenschein ist am Sonntag Schluss: „Eine Tiefspur bringt Schnee aus Niedersachsen nach Hamburg“, sagt DWD-Wetterexperte Zimmer. Doch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bekommen nichts von dem Wildwasser ab.

Dieses Wochenende wird es frostig

Am Wochenende liegen die Temperaturen im gesamten Norden um den Gefrierpunkt, vor allem in der Lüneburger Heide und in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns kann es auch zu Dauerfrost kommen. Für Montagabend prognostiziert der DWD gebietsweise minus fünf Grad und weniger, vor allem für Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und das Wendland. „Du solltest jetzt die Heizung anmachen, denn Frost im Haus ist auch nicht gut“, rät Kantuzer.

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Nächste Woche wieder milder

Energiesparer können aufatmen: Am Montag endet der Winter wieder mit seiner kurzen Pause, ein Tief aus Westen bringt wechselhaftes Wetter und mildere Temperaturen. – Aus Sicht der Zukunft werde das Temperaturniveau im Großraum Hamburg gegen Ende nächster Woche wieder auf knapp zehn Grad sinken, sagt Kantuzer. Beim erwarteten Regen sieht der Meteorologe nur eine Rückkehr zur Normalität, und die vielen Trockenperioden in diesem Jahr können nicht kompensiert werden.

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NDR-Info | Aktuell | 17.11.2022 | Um 14.00 Uhr

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