Vor Start der Fußball-WM : Katar wirft Deutschland Doppelmoral vor

Stand: 07.11.2022 09:21

Das Emirat Katar reagierte verärgert auf die Kritik der Bundesregierung. Die Unzufriedenheit geht auf Äußerungen des Bundesinnenministers Faeser in Bezug auf die LGBTQ-Community zurück. Faeser hatte Sicherheitsgarantien gefordert.

Zwei Wochen vor Beginn der WM in Katar äußerte die Regierung in Doha ihren Ärger über die Kritik der Bundesregierung. Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani warf Berlin in der “Frankfurter Allgemeinen” “Doppelmoral” vor.

Einerseits werde „die deutsche Bevölkerung von Regierungspolitikern falsch informiert“. Andererseits hat die Regierung keine Probleme mit Katar, was eine Energiepartnerschaft oder die Rettung deutscher Staatsbürger aus Afghanistan betrifft. – Wenn wir eine Fußballweltmeisterschaft ausrichten, diesen Moment genießen und gemeinsam mit der deutschen Mannschaft feiern wollen, dann gelten plötzlich andere Maßstäbe, sagte der Außenminister des Golfstaates.

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Unzufriedenheit mit Aussagen über die LGBTQ-Community

Auslöser der Unzufriedenheit in Doha waren Äußerungen von Innenministerin Nancy Faeser. Der SPD-Politiker hatte vom WM-Gastgeber unter anderem Sicherheitsgarantien für die LGBTQ-Community gefordert. “Bei allem Respekt, diese waren überhaupt nicht notwendig”, sagte al-Thani zu Faesers Aussagen. „Wir haben immer wieder von höchster Stelle bekräftigt, dass jeder willkommen ist und niemand diskriminiert wird.“

Nancy Faeser Faeser kündigte an, zum Eröffnungsspiel der deutschen Nationalmannschaft erneut nach Katar zu reisen.

Foto: dpa

Die englische Abkürzung LGBTQ steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Queer. Homosexualität ist in Katar eine Straftat. Es sei “bedauerlich, wenn Politiker versuchen, sich auf unsere Kosten intern zu differenzieren und zu punkten”, sagte al-Thani.

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Kritik am Umgang mit Arbeitnehmern

Die WC im Emirat steht seit langem wegen Menschenrechtsverletzungen und der Behandlung von Arbeitern aus anderen Ländern in der Kritik. Außenminister Al Thani behauptete, die Regierung von Katar habe eine Reihe von Reformen auf den Weg gebracht, darunter das Arbeitsrecht.

„Es ist ein fortlaufender Prozess, der nie aufhört – und er wird auch nach der WM nicht aufhören“, sagte er. Aber es ist unfair, immer mit dem Finger auf die Regierung von Katar zu zeigen. „Wenn es in einem europäischen Land ein Problem gibt, zum Beispiel bei der Arbeitssicherheit, dann werden die Unternehmen kritisiert“, sagte Al Thani.

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Die Unternehmen, auch die europäischen, sind verpflichtet, die neuen Regeln und Standards in Katar umzusetzen. “Wenn die Unternehmen trotzdem nicht nachkommen, ist die Regierung nicht schuld”, betonte der Außenminister.

Katar spricht von arroganter und rassistischer Kritik

Er bezeichnete die europäische Kritik an der Situation in Katar als „sehr arrogant und sehr rassistisch“. Dennoch sei die Vergabe der WM “ein Segen” für sein Land, sagte Al Thani. “Wir sind sehr stolz darauf und wir sind sehr sicher, dass diese Weltmeisterschaft eine der besten sein wird, die Sie je gesehen haben.”

Nach Angaben des Außenministeriums in Doha hat Katar den deutschen Botschafter Ende Oktober wegen kritischer Äußerungen Faesers zur Menschenrechtslage im Emirat nach Doha einbestellt.

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