US-Arbeitsmarkt zu stark: DAX beendet achtwöchige Gewinnserie


Marktbericht

Stand: 02.12.2022 18:09

Obwohl der DAX heute leicht höher schloss, ist seine achtwöchige Siegesserie zu Ende gegangen. Ein starker US-Arbeitsmarkt belastet die Anleger und schürt neue Zinssorgen am Markt.

Der DAX startete mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 14.529,39 Punkte in das Wochenende. Der Hauptindex verzeichnete für die vergangene Woche ein knappes Minus von 0,1 Prozent – ​​eine achtwöchige Siegesserie ist beendet.

Tagesthema und zugleich Nachfragebremse für Aktien ist der US-Jobreport für den Monat November. Er ist unerwartet stark und schürt bei Anlegern Bedenken hinsichtlich neuer Zinssätze. „Die Zinsänderungserwartungen in den USA wurden erneut durch den anhaltend starken Arbeitsmarkt gedämpft“, kommentierte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets.

Der US-Arbeitsmarkt beunruhigt die Anleger

Denn die Privatwirtschaft hat im November mehr neue Stellen geschaffen als prognostiziert. Auch die Stundenlöhne der Angestellten stiegen stärker als prognostiziert. Überraschende Lohnerhöhungen werden der Fed Kopfschmerzen bereiten, schreibt Thomas Altmann von QC Partners. Der heutige Stellenbericht ist keine gute Nachricht – zumindest für den Aktienmarkt, denn eine gesunde Wirtschaft gibt der Fed weniger Anlass, die Zinspolitik zu zügeln.

Wirtschaftsupdate vom 02.12.2022

Stefan Wolff, Personal, 02.12.2022 10:00

Experten befürchten, dass insbesondere die starke Lohnentwicklung die Preisentwicklung weiter unter Druck setzen und damit die Inflation anheizen könnte. „Die Lohn-Preis-Spirale kann dafür sorgen, dass die Inflation lange auf hohem Niveau verharrt. Damit wird die Zinspause nach hinten verschoben, während der Wunsch nach einer baldigen Zinssenkung im Jahr 2023 voraussichtlich unerfüllt bleiben wird“, sagte er Oldenburg.

Deutsches Exportmotorrad stottert

Auch binnenwirtschaftliche Daten gaben dem DAX-Handel negative Impulse. Die deutschen Exporte schrumpften im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent auf 133,5 Milliarden Euro. Volkswirte rechnen nur mit einem halb so starken Rückgang. Die Importe gingen stattdessen um 3,7 Prozent zurück, mehr als seit Januar.

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Zumindest ein wichtiger Inflationsindikator hat sich positiv entwickelt: Die Erzeugerpreise in der Eurozone sind im Oktober um 30,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Im September betrug der Zuwachs noch 41,9 Prozent. Die Erzeugerpreise signalisierten damit eine Verringerung des hohen Inflationsdrucks.

Der Dow Jones fiel

Als Reaktion auf den Arbeitsmarktbericht sanken die Preise in den USA zunächst deutlich, die US-Notenbank könnte sich Beobachtern zufolge gezwungen sehen, die Zinsen schneller anzuheben, um den Arbeitsmarkt zu beruhigen. Mittlerweile hat sich der Index aber vom Tagestief entfernt.

Der Dow Jones fiel um 0,1 Prozent auf 34.365 Punkte. Der marktbreite S&P 500 fiel um 0,3 Prozent auf 4063 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq 100 verlor 0,7 Prozent auf 11.958 Punkte.

Arbeitsmarktbericht in Euro gewichtet

Der Euro fiel am Freitag nach einem starken US-Arbeitsmarktbericht. Am Nachmittag erhielt der Dollar durch die Veröffentlichung starker US-Arbeitsmarktdaten Auftrieb, während der Euro litt. Der starke Arbeitsmarktbericht gab der US-Notenbank Fed Spielraum, mit Zinserhöhungen weiter entschlossen gegen die hohe Inflation vorzugehen.

Nur ein kleiner Anstieg des Ölpreises

Die Ölpreise sind heute nur leicht gestiegen, nachdem sie in der laufenden Woche gestiegen waren. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 87,17 US-Dollar, vier Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel American West Texas Intermediate (WTI) Öl stieg um 31 Cent auf 81,54 $. Die Lage am Markt hat sich nach einem starken Preisanstieg seit Wochenbeginn beruhigt. Der Dollar, der nach einem starken US-Arbeitsmarktbericht stärker wurde, belastete die Ölpreise nur vorübergehend.

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Seit Montag ist der Ölpreis der Sorte Brent um rund sechs Dollar pro Barrel gestiegen. Der Ölmarkt profitierte in den vergangenen Tagen von der etwas weniger strengen Corona-Politik in China, was Experten auch als Protestwelle in der Bevölkerung einstufen.

Deutschlands WM-Crash lässt Adidas kalt

Auch nach dem Abgang der deutschen Nationalmannschaft bleibt Adidas bei den Umsatzerwartungen für die WM in Katar. “Wir sind sehr zufrieden mit dem WM-Geschäft”, sagte ein Adidas-Sprecher heute in Doha. Das Ziel von Ex-CEO Kasper Rorsted bleibt unverändert: 400 Millionen Euro Umsatz mit Produkten rund um die WM – vom offiziellen WM-Ball bis zum Fan-Shirt. Die Verkäufe sind jetzt höher als die der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. In den ersten neun Monaten steigerte Adidas den Umsatz im Fußball um 30 Prozent.

BMW beginnt mit der Produktion von Wasserstoffautos

BMW begann mit dem Bau des ersten Wasserstoffautos. Im Technikum des Forschungszentrums werde eine Kleinserie produziert, teilte das Unternehmen mit. Das Auto verfügt über eine Brennstoffzelle, in der Strom für den Antrieb erzeugt wird, und soll ab Frühjahr als Protestfahrzeug eingesetzt werden. BMW-Entwicklungschef Frank Weber sagte, die Brennstoffzelle komme ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt, Lithium oder Nickel aus. Mit diesen Autos kann BMW seinen Kunden bieten, dass die Wasserstoffwirtschaft überall Realität ist. BMW arbeitet mit Toyota an Brennstoffzellen.

VW kaufte ein KI-System zur Sprachsteuerung

Die Software-Sparte von Volkswagen, Cariad, will ihr Geschäft durch den Kauf weiterer Sprachsteuerungssysteme ausbauen. Ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag soll in die Übernahme des auf künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Unternehmens Paragon Semvox fließen.

Stabilus will seine Dividende deutlich erhöhen

Der Vorstand des Automobil- und Industriezulieferers Stabilus will seine Dividende im Geschäftsjahr 2022 (bis Ende September) deutlich erhöhen. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, den Aktionären auf der Hauptversammlung am 15. Februar eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie vorzuschlagen. Vor einem Jahr betrug die nächste Dividendenzahlung 1,25 Euro.

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Der Führungsstreit bei der Cewe Stiftung geht weiter

Es bleibt ein erbitterter Führungsstreit mit dem Fotodienstleister Cewe. Der Vorstand wählt nun den rechtlich auf Satzungskonformität geprüften Aufsichtsratsvorsitzenden Rolf Hollander wieder.

Patrizia übernimmt Advantage Management Dänemark

Der Immobilieninvestmentanbieter Patrizia hat seine Portfolioprognose für das Jahr nach einer Akquisition in Dänemark angehoben. Bisher ging das Management davon aus, dass das Vermögen in Eigenregie in Höhe von 57 bis 58 Milliarden Euro verwaltet wird, jetzt sollen es 57 bis 60 Milliarden Euro sein.

Die Credit Suisse nimmt wieder Kundengelder an

Die krisengeschüttelte Credit Suisse hat den Rückzug von Kundengeldern eingestellt. Die Abflüsse seien nahezu zum Erliegen gekommen, sagte Vorstandsvorsitzender Axel Lehmann bei „Bloomberg TV“. Kunden haben Zuflüsse versprochen. “Wir haben ein paar davon gesehen.” Die Unsicherheit über die Lage der Schweizer Institute führte von Anfang Oktober bis Mitte November zu Nettoabflüssen von 84 Milliarden Franken oder sechs Prozent des Gesamtportfolios.

Tesla liefert seinen ersten Elektro-Schwerlaster aus

Elon Musk hat gestern den ersten Tesla-Schwerlast-Lkw an PepsiCo ausgeliefert. Batteriebetriebene Langstrecken-Lkw werden die Straßenemissionen reduzieren und Diesel-Lkw in Bezug auf Leistung und Sicherheit übertreffen, sagte Musk.

Twitter sperrt Kanye West wegen „störender Gewalt“

Der Onlinedienst Twitter hat heute den Account des Rappers Kanye West gesperrt, nachdem der Musiker ein Bild des Davidsterns in Verbindung mit dem Hakenkreuz gepostet hatte. Wests Account sei wegen „Anstiftung zu Gewalt“ gesperrt worden, sagte Twitter-Chef Elon Musk.

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