Polnische Botschaft protestiert gegen Kandinsky-Versteigerung bei Grisebach

Das Gemälde sei 1984 aus dem Nationalmuseum in Warschau gestohlen worden, teilte die Botschaft mit. Nach Angaben des Auktionshauses gibt es keine Grundlage für einen Anspruch auf das Gemälde.

Wassily Kandinsky, der damals am Bauhaus lehrte

Aquarell „Ohne Titel“ von Wassily Kandinsky, der damals am Bauhaus lehrte (Ausschnitt)BLZ

Am Donnerstagabend richteten sich alle Blicke auf ein Gemälde, das im Auktionshaus Grisebach Berlin in Charlottenburg versteigert wurde: „Selbstbildnis in Gelb und Rosa“ von Max Beckmann. Aber ein anderes Gemälde verdient besondere Aufmerksamkeit: Los Nr. 31, ein Aquarell des russischen Künstlers Wassily Kandinsky (1866-1944) aus dem Jahr 1928, das im Katalog unter dem Label „Ohne Titel“ erscheint.

Das polnische Ministerium für Kultur und nationales Erbe und die polnische Botschaft in Berlin versuchten, die Versteigerung zu verhindern: Aus einer Ausstellung im Nationalmuseum in Warschau wurde am 14. Juni 1984 ein kleinformatiges Gemälde gestohlen. „Wir haben alles, was wir versteigern, geprüft, alle Due-Diligence-Anforderungen wurden erfüllt“, sagte Diandra Donecker am Donnerstagabend., Geschäftsführer und Partner bei Grisebach. “Eine rechtliche Prüfung hat ergeben, dass es keine Grundlage für Ansprüche gegen das Bild gibt.”

Auf der Rückseite befindet sich ein Siegel des Polnischen Museums

Tatsächlich heißt es in der Provenienzbeschreibung des Werks im Katalog: Kandinsky schenkte es seinem Freund und Mäzen Otto Ralfs aus Braunschweig zum Geburtstag mit einer handschriftlichen Widmung. Es gehörte dann von 1965 bis 1984 dem Polnischen Nationalmuseum in Warschau und gelangte dann in eine Privatsammlung in den Vereinigten Staaten. Der Eiserne Vorhang war damals noch oben. Anderen Quellen zufolge wurde die Anlage erst 1982 für 500.000 PLN gekauft.

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Laut einer deutschen Website kaufte die deutsche Sammlerin Maren Otto es 1988 von der berühmten Galerie Thomas in München. Das war kurz vor dem Ende des Ostblocks. Am Donnerstag wurden 17 Werke von Maren Otto versteigert. Schiele, Dix, Corinth, drei Liebermans, George Segal – die Witwe und Gönnerin eines Kaufmanns, der sich nicht nur sozial engagiert, sondern auch Hauptstifter des goldenen Kreuzes auf der Kuppel des Humboldt Forums (1 Million) umzieht USA und rettet Haushalte in Berlin und Hamburg.

Auf der Rückseite des Aquarells befindet sich nach Angaben der polnischen Botschaft bis heute der Stempel des Nationalmuseums in Warschau, der eindeutig auf die Provenienz des Gemäldes hinweist. „Das Museumssiegel ist Teil der Entstehungsgeschichte“, sagt Diandra Donecker von Griesebach. “Aber es trifft keine Aussage über die bestehende Vermögens- und Rechtslage.”

Die Versteigerung hat jedenfalls stattgefunden: „310.000 Euro für einen Dritten“, heißt es schnell. Dann ging er zu Grundstück 32.

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