LNG-Spezialschiff in Mukran eingetroffen – Kritik von Umweltschützern | NDR.de – Nachrichten

Stand: 23.11.2022 17:10

Das LNG-Spezialschiff „Neptun“ ist im Hafen von Sassnitz-Mukran auf der Insel Rügen eingetroffen. Das rund 283 Meter lange Schiff soll später als schwimmendes Gasterminal in Lubmin genutzt werden.

Die „Neptune“ erreichte am Mittwochnachmittag den Hafen von Sassnitz-Mukran auf der Insel Rügen, gefolgt von mehreren Schleppern. Dort werden einige Montagearbeiten am Schiff durchgeführt und Treibstoffreserven abgelassen. Der Tiefgang des Schiffes soll laut Terminalbetreiber Deutsche Regas von knapp über 9 Meter auf rund 5,2 Meter reduziert werden, um es in die flacheren Gewässer vor Lubmin überführen zu können. Per Tankschiff angeliefertes Flüssiggas (LNG) kann auf dem Spezialschiff umgewandelt und dann als Erdgas ins Netz eingespeist werden. „Unser Schiff hat eine Kapazität von 5,2 Milliarden Kubikmeter Gas. Das reicht aus, um zwei Millionen Haushalte ein Jahr lang mit Erdgas zu versorgen“, sagte Stephan Knabe, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Regas.

Umweltschutz: Noch keine Zulassung für späteren Einsatz

Allerdings ist das Genehmigungsverfahren für das private LNG-Terminal noch nicht abgeschlossen. Deshalb kritisiert die Deutsche Umwelthilfe das Vorgehen der Deutschen ReGas als Betreiberin. – „Neptune“ läuft zu einem Zeitpunkt in deutsche Küstengewässer ein, bei dem noch nicht feststeht, ob sie überhaupt als schwimmendes LNG-Terminal betrieben werden kann. Offenbar sollen in Lubmin die Fakten geschaffen werden, ohne dass das Genehmigungsverfahren abgeschlossen sei, sagt die DUH. Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

DUH: Staatliche Behörden sollten die Einreise von „Neptun“ stoppen.

Nach Angaben der Umweltorganisation fehlen noch diverse Unterlagen für das Genehmigungsverfahren. Die DUH forderte daher die Landesregierung auf, dem Spezialschiff das Einlaufen in den Hafen von Lubmin bis zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens zu untersagen. “Deshalb betrachten wir den Betrieb von Neptune nicht als lizenziert”, sagte Kraenner.

Der „Neptun“-Teil des schwimmenden LNG-Terminals

Außerhalb von Lubmin soll ein schwimmendes LNG-Terminal entstehen © NDR Nordmagazin

Außerhalb von Lubmin soll ein schwimmendes LNG-Terminal gebaut werden

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„Neptune“ kann verflüssigtes Erdgas zwischenspeichern, aufheizen und wieder in Gas umwandeln. Das schwimmende Terminal wird im Industriehafen Lubmin festgemacht und in unmittelbarer Nähe an das Gasleitungsnetz angeschlossen. Kleinere Schiffe werden das flüssige Erdgas von einem Speicherschiff auf der Ostsee übernehmen, das wiederum von Tankern versorgt wird. Die kleineren Schiffe werden das verflüssigte Erdgas dann durch den relativ flachen Greifswalder Bodden zum Lubminer Hafen zur „Neptun“ transportieren.

Einsprüche sind noch bis zum 28. November möglich

Die Beteiligung der Öffentlichkeit an dem Verfahren läuft derzeit. Bürger können bis zum 28. November Einspruch gegen das Projekt einreichen. Beim Umweltministerium in Schwerin gingen bis Mittwoch 13 Einsprüche ein. Die Deutsche Regas will das LNG-Terminal vor Lubmin zum 1. Dezember in Betrieb nehmen, was das Unternehmen am Wochenende noch einmal bestätigte.

Bisher keine LNG-Terminals in Deutschland

Das Unternehmen finanzierte das Terminal in Lubmin privat. Die fünf weiteren in Deutschland geplanten LNG-Investoren und Spezialschiffe sollen vom Staat bezahlt werden. Laut Bundeswirtschaftsministerium sind dafür derzeit 6,6 Milliarden Euro an Haushaltsmitteln eingeplant, fast doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Derzeit gibt es hierzulande keine LNG-Terminals, Flüssiggas kommt über Einspeisepunkte beispielsweise in Frankreich oder den Niederlanden nach Deutschland. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die fünf LNG-Spezialschiffe geleast – zwei für Wilhelmshaven, eines für Brunsbüttel, eines für Stade und eines ebenfalls für Lubmin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Hörfunk MV | Neues aus Mecklenburg-Vorpommern | 23.11.2022 | 16:10

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