Kritik an der Fußball- WM in Katar – “Wir Deutsche lieben moralische Diskussionen”

DFB-Präsident Bernd Neuendorf (links), Innenministerin Nancy Faeser im Khalifa International Stadium in Doha während der WM in Katar

Rückhalt für die deutsche Mannschaft, FIFA-Kritik: DFB-Präsident Neuendorf (links), Innenminister Faeser bei der WM in Katar (Bündnisbild / firo Sportphoto)

Ronald Reng sagte im Deutschlandfunk, er werde sich auf jeden Fall einige Spiele anschauen, weil seine Faszination für das Spiel, die Strategie und die Kunst des Fußballs so groß sei, dass er sich das Spiel nicht verderben wolle.

Reng erklärte, dass die WM in Katar durchaus protestwürdig sei. Er stellte aber auch die Frage, wie und ob ein Fernsehboykott helfen würde, schließlich sei die WM ein globales Spiel. Bei rund 3,5 Milliarden Menschen, so Reng, sei es dem Fifa-Verband egal, ob es in Deutschland zwei, drei oder vier Millionen weniger gebe. “Wir sind eine kleine Minderheit auf der Welt, die versucht, Fußball mit gesellschaftlichen Normen zu verbinden.”

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Die gesellschaftliche Bedeutung des Fußballs in Deutschland

Der seit mehr als 25 Jahren im Ausland lebende Sportjournalist begründet die Kritik an der WM in Katar vor allem mit der Liebe Deutschlands zur moralischen Diskussion. Fußball in Deutschland habe traditionell einen gesellschaftlichen Stellenwert, so Reng, was auch am deutschen Vereinsfußballsystem liege. Der Glaube ist weit verbreitet Der Verein müsse etwas für die Gemeinschaft tun, sagte Reng: „Alle Kinder sollen dort für wenig Geld spielen können. Es steckt in den Menschen: Ein Fußballverein ist mehr als ein Geschäft.“

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Meinung zur WM in Katar: „Die FIFA hat unseren Fußball gestohlen“

Das ist auch der Grund, warum es viel Kritik an der WM in Katar gibt. Viele Menschen fragen sich, warum es in Katar eine Weltmeisterschaft gibt. “Und sie schließen zu Recht, dass es keinen anderen Grund gibt als das Geschäft. Es wird mit Geld gekauft”, sagte Reng. „Die Leute haben das Gefühl, dass der Fußball uns gehört, der Gemeinschaft. Und die FIFA hat ihn uns gestohlen.

Vorwürfe der Doppelmoral in Richtung Politk

Vorwürfe der Doppelmoral wollte Reng nicht in Richtung Politik zeigen, die die WM-Organisatoren kritisiert und gleichzeitig mit Katar Gas tauscht. Der wirtschaftliche Handel erfolgt nach internationalen Standards und Regeln. Die Ausrichtung der WM sei dagegen kein Geschäft, sondern eine Ehre, betonte Reng. Viele Länder auf der ganzen Welt wollen die Weltmeisterschaft ausrichten, viele Länder hatten noch nicht die Gelegenheit dazu. Jetzt, da die Weltmeisterschaft in Katar stattfindet, sei es laut Reng auch legitim zu fragen, ob dieses Land es verdient, Gastgeber zu sein. Das hat nichts mit Doppelmoral zu tun.

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