KI interpretiert Röntgenbilder – ZWP online – das Nachrichtenportal für die Dentalbranche

KI in der Zahnmedizin: KI interpretiert Röntgenbilder

Foto: H_Ko – stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in viele Lebensbereiche. Von lernenden Algorithmen, die unser Social-Media-Erlebnis (mit)bestimmen, bis hin zu Bots, die Kundenanfragen online und am Telefon beantworten. Auch Wissenschaft und Medizin werden von digitalen Assistenten profitieren. Wie genau künstliche Intelligenz sinnvoll eingesetzt werden kann, ist noch Forschungsgegenstand. An der Medizinischen Universität Graz untersucht Barbara Kirnbauer, ob und wie künstliche Intelligenz für die dreidimensionale Röntgendiagnostik des Kiefers eingesetzt werden kann.

Ein Blick auf den Kiefer

Thema des jüngsten Forschungsprojekts von Barbara Kirnbauer war die digitale Volumentomographie, die die Erstellung dreidimensionaler Röntgendatensätze des Kiefers und angrenzender Strukturen ermöglicht. Genauer gesagt ging es darum, wie gut das neu entwickelte künstliche neuronale Netz krankhafte Veränderungen des die Wurzelspitze umgebenden Kieferknochens erkennen kann. Die Interpretation von Röntgendatensätzen ist zeitaufwändig, erfordert viel Fachwissen und Fehler können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit des Patienten haben, nicht nur im Kieferbereich. Es ist bereits bekannt, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz Fehlerquellen reduzieren, die Sicherheit erhöhen und Zeit für Mediziner sparen kann.

Auch Lesen :  Warum die Topologie der vier Dimensionen so kompliziert ist

Die Wurzel des Problems

Datensätze wurden nach sogenannten periapikalen osteolytischen Läsionen durchsucht. Periapikal bedeutet etwas an oder um die Zahnwurzel herum, osteolytisch bedeutet Knochenauflösung und eine Läsion ist eine pathologische Gewebeveränderung – in diesem Fall verursacht durch eine bakterielle Infektion mit Eintrittspunkt an der Zahnkrone. Unbehandelt können diese entzündlichen Läsionen zu Problemen wie Zahnschmerzen, Abszessen oder Zahnverlust führen. Nicht nur im Kieferbereich, sondern im ganzen Körper kann es durch den Zahnherd zu krankhaften Veränderungen kommen, durch die die verursachenden Bakterien über die Blutbahn verbreitet werden. Daher ist es besonders wichtig, Veränderungen, die teilweise nur wenige Millimeter groß sind, schnell, genau und zuverlässig zu erkennen.

Auch Lesen :  Welteninseln im Zusammenstoß - Spektrum der Wissenschaft

Das entwickelte KI-System wurde in dieser Studie an insgesamt 144 dreidimensionalen Datensätzen mit insgesamt 2128 Zähnen getestet. Eine Studie in einem sehr frühen Forschungsstadium auf diesem Gebiet konnte eine beeindruckende Anzahl von Forschungsthemen aufzeigen. Darüber hinaus lieferte das programmierte neuronale Netz auch sehr vielversprechende Ergebnisse, die auf hohem Niveau publiziert wurden. Das Projekt von Barbara Kirnbauer wurde in Kooperation mit dem Institut für Maschinelles Sehen und Repräsentation der TU Graz umgesetzt. Dies kann nun als ausreichende Grundlage für die Weiterentwicklung und Verfeinerung des Algorithmus angesehen werden, mit dem langfristigen Ziel, KI im zahnärztlichen Arbeitsalltag an der Med Uni Graz einzusetzen.

Auch Lesen :  Samsung Galaxy Buds2 Pro: Update macht 360°-Audio-Aufnahmen möglich

Quelle: Medizinische Universität Graz

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button