Corona-Pandemie: Lauterbach rechnet mit Winterwelle

Stand: 24.11.2022 08:59

Laut Gesundheitsminister Lauterbach ist es noch zu früh, um sich über die Pandemie vollständig klar zu werden. Er kritisierte scharf die Erleichterungen einiger Bundesländer. Virologe Drosten sieht Anzeichen für ein baldiges Ende der Pandemie.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet im Winter mit einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen. Ich glaube, wir werden noch eine Winterwelle haben, sagte der SPD-Politiker Bayerischer Rundfunk. Er verstehe daher den Drang der Bundesländer zur Lockerung nicht. „Jetzt ist hier ein Bietergefecht: Welches Land darf zuerst lockern? Das ist ein bisschen populistisch.“ Es gefährdet auch diejenigen, die sich nicht gut schützen können, sagte Lauterbach. Er verwies auf rund 1.000 Menschen, die jede Woche am Coronavirus sterben, und auf eine unerwartet hohe Übersterblichkeit im Oktober.

Der Minister kritisierte die Idee Bayerns und Schleswig-Holsteins, die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in wenigen Wochen abzuschaffen. Eine solche „leichtsinnige“ Entscheidung wird nicht befolgt. Auch mehrere Bundesländer haben die Isolationsauflagen für Corona-Infizierte aufgehoben.

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Drosten: „Lage um das Virus wird prekär“

Der Virologe Christian Drosten äußerte sich in einigen Punkten optimistisch zur weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie. Mit Blick auf die Dynamik der Infektionswellen in diesem Jahr sagte er der Wochenzeitung „Die Zeit“: „Es ist ein Zeichen für das nahende Ende der Pandemie“. Laut Drosten reichen nun „kleine Einflussfaktoren wie ein Wetterumschwung“, um eine Welle zu drücken oder zu brechen. Eine Art Spätsommer Mitte Oktober ließ die Zahlen sofort sinken.

– Die Situation für das Virus wird prekär. Es ist gut. Es sei nicht mehr so, dass das Virus mit ein paar Mutationen das Spiel komplett umdrehen könne, sagt Drosten der Zeitung. Kurzfristig rechnet er nicht mit einer wirklich bösen Überraschung in Form einer gefährlicheren Variante von Sars-CoV-2. „An vielen Punkten in seiner Entwicklung kann das Virus nicht einfach zurückkehren.“ Es ist ein bisschen festgefahren und wird derzeit nur optimiert.

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Für den Virologen hängt der Verlauf des Winters auch davon ab, welche Corona-Variante sich als nächstes durchsetzen wird: „Aktuell starten zwei Omicron-Varianten: BF.7 und BQ.1.1.“ Sollte der Omikron-Nachkomme BQ.1.1 dominant werden, könne „der Winter wieder schwierig werden“, sagte Drosten. Er sieht aber auch die Möglichkeit einer milden Winterwelle.

Die Inzidenz beträgt 186,9

Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 186,9 an. Am Vortag lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 177,9 (Vorwoche: 199,2; Vormonat: 584). Allerdings geben diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen wieder. Experten gehen seit einiger Zeit davon aus, dass es eine Vielzahl von Fällen geben wird, die nicht vom RKI registriert wurden – vor allem, weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test durchführen lassen. In der Statistik zählen nur positive PCR-Tests. Zudem können verspätete Anmeldungen und Übermittlungsprobleme zu Verfälschungen einzelner Tageswerte führen.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 38.090 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 33.306) und 163 Todesfälle (Vorwoche: 162) innerhalb eines Tages. Auch hier sind Datenabgleiche aufgrund des Testverhaltens, verspäteter Anmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle von Wochentag zu Wochentag stark, da viele Bundesländer diese insbesondere am Wochenende nicht an das RKI übermitteln und die Fälle später in der Woche melden.

Spannender Konkurrenzkampf um Entlastung: Lauterbach äußert sich scharf kritisch

Jan Zimmermann, ARD Berlin, 24.11.2022 09:11

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