Bundesbank-Chef Nagel über den Inflationshöhepunkt | Freie Presse

Europas Währungshüter bekämpft die Rekordinflation in der Eurozone mit Zinserhöhungen. Aus Sicht von Bundesbankpräsident Nagel sind weitere Maßnahmen erforderlich.

Frankfurt/Main.

Trotz erster Entspannungstendenzen hat die Inflation in der Eurozone laut Bundesbankpräsident Joachim Nagel ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.

„Ich glaube gerne, dass wir hoffentlich bessere Inflationszahlen sehen werden“, sagte Nagel am Montagnachmittag in Frankfurt. Verlässliche Daten deuten jedoch tendenziell darauf hin, dass die Inflationsrate noch einige Zeit auf einem Plateau verharren wird, bevor sie weiter sinken kann.

Der Ölpreis ist zuletzt gefallen, gleichzeitig hat sich der Aufwärtstrend der Preise auf Werksebene in Deutschland im Oktober deutlich abgeschwächt, was die Erwartung eines Rückgangs der hohen Inflation schürt.

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Die Inflationsrate in Deutschland dürfte laut Nagel auch im kommenden Jahr hoch bleiben. „Ich denke, im Jahresdurchschnitt werden es sieben vor dem Komma sein“, sagte der Bundesbankpräsident. Auch die hohe Inflation wirkt sich negativ auf die Wirtschaft in der Eurozone aus. “Der massive Preisanstieg ist breit abgestützt. Er bremst vor allem den privaten Konsum.”

Im Dezember werde die Europäische Zentralbank (EZB) mit einer weiteren Zinserhöhung nachziehen, damit die Inflationsrate im Euroraum mittelfristig wieder auf 2 Prozent zurückkehre, sagte Bundesbankpräsident Nagel EZB-Rat. über die Geldpolitik im gemeinsamen Währungsraum entscheiden. Die Höhe der Zinsschritte wird davon abhängen, wie sich Daten und Aussichten entwickeln. Die Zentralbank wird ihre aktuellen Konjunktur- und Inflationsprognosen auf ihrer nächsten Zinssitzung am 15. Dezember vorstellen.

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Zur Normalisierung der Geldpolitik gehört nach Ansicht des Bundesbankpräsidenten neben einem weiteren Zinsanstieg auch die Kürzung der EZB-Bilanz, die Milliarden für Anleihekäufe ausgegeben hat. „Für mich spricht viel dafür, im nächsten Jahr damit zu beginnen, auslaufende Anleihen im Rahmen des APP nicht zu ersetzen“, sagte Nagel. Auch dies wird ein weiteres wichtiges Signal des EZB-Rates zur Inflationsbekämpfung sein.

der Preis ist zu hoch

Am 1. Juli 2022 stellt die europäische Währungsaufsicht den Ankauf neuer Wertpapiere im Rahmen ihres allgemeinen APP-Kaufprogramms ein. Aber bisher wurden die Mittel aus den abgeschlossenen Wertpapieren vollständig reinvestiert. Insgesamt investierte die EZB im Rahmen eines seit März 2015 laufenden Programms Ende Oktober rund 3,4 Billionen Euro in Staatsanleihen und Unternehmenspapiere. APP Bonds im Dezember.

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Mit zwei Prozent Inflation strebt die EZB mittelfristig Preisstabilität im Euroraum an. Im Oktober lagen die Verbraucherpreise im 19-Länder-Währungsgebiet um 10,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Seit Juli bekämpft die Notenbank extrem hohe Inflationsraten mit kräftigen Zinserhöhungen. Der Leitzins im Euroraum, der auf Jahresrekordtief von null Prozent eingefroren wurde, liegt nun bei 2,0 Prozent. (dpa)

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